Genozid an Roma in Belarus

Ignorierter Völkermord: Roma in Belarus 1941-1944

Deutsch-weißrussisches Projekt, Mai 2019-Dezember 2020

Bildungsreise/Exkursion nach Weißrussland 30. 8. – 8. 9. 2019

–>hier geht´s zum Info-Flyer

Über den Genozid der deutschen Besatzer an Roma in Weißrussland ist fast nichts bekannt. Die Familien der Überlebenden haben die Erinnerung an den Völkermord bis heute bewahrt, aber die Mehrheitsgesellschaft hört ihnen nicht zu – weder in Deutschland noch in Belarus. Historische Forschungen gibt es praktisch gar nicht. Erst in jüngster Vergangenheit beginnen sich einige ForscherInnen und zivilgesellschaftliche Organisationen für dieses Thema zu interessieren.

 

Unser Projekt will diese Ansätze unterstützen und dazu beitragen, die Erinnerung an diesen Völkermord vor dem Vergessen zu bewahren.

 

Im Frühjahr 2019 werden wir gemeinsam mit der Partnerorganisation Belorussische Roma Diaspora (Minsk) eine mehrwöchige Recherche durchführen, um ZeitzeugInnen zu identifizieren und für ein Interview zu motivieren. Die Interviews werden videographisch erfasst.

 

Zentrales Element des Projektes ist eine gemeinsame Exkursion deutscher und weißrussischer TeilnehmerInnen, an der sich sowohl Roma als auch Nicht-Roma beteiligen.

 

Während der Recherche und der Exkursion begegnen wir ZeitzeugInnen und Angehörigen der zweiten und dritten Generation. Wir sprechen auch mit Nicht-Roma über ihre Beobachtungen während der deutschen Besatzung. Wir forschen nach Berichten über die Verbrechen der Besatzer, aber auch nach Beispielen von Widerstand und Solidarität. Wir treffen ExpertInnen und VertreterInnen von Organisationen, die sich um das Bewahren der Erinnerung bemühen. Wir besichtigen Stätten von Massenerschießungen.

 

Die Ergebnisse des Projektes werden in Videos und in eine Wanderausstellung einfließen (in je einer russischen und deutschen Sprachvariante). Die Ausstellung wird im Jahr 2020 in mehreren Städten Weißrusslands und Deutschlands gezeigt werden. Die Projektergebnisse werden außerdem auf unserer Homepage veröffentlicht.

 

Teilnahme an der Exkursion: 30. 8. – 8. 9. 2019

 

Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenlos. Wir finanzieren Anreise, Reisekosten vor Ort, Übernachtung sowie einen Verpflegungszuschuss und stellen DolmetscherInnen. Die TeilnehmerInnen erhalten Gelegenheit, an den Ausstellungseröffnungen im jeweiligen Partnerland teilzunehmen.

Von den TeilnehmerInnen erwarten wir Interesse an geschichtspolitischen Themen, Sensibilität für antiziganistische Diskriminierung sowie die Bereitschaft, auch nach Ende der Exkursion gemeinsam mit den TeilnehmerInnen des Partnerlandes an diesem Projekt und an Folgeprojekten mitzuwirken.

Die Exkursion wird voraussichtlich als Bildungsurlaub anerkannt.

 

Veranstalter: Bildungswerk für Friedensarbeit der Deutschen Friedensgesellschaft, Berlin. Das Bildungswerk widmet sich schwerpunktmäßig der Erinnerungsarbeit an Opfer faschistischer Verbrechen in Osteuropa. Die jüngsten Projekte beschäftigten sich mit der Deportation rumänischer Roma nach „Transnistrien“ und mit dem Genozid an Roma im deutsch besetzten Teil der Ukraine. Mehr Informationen: www.genocideagainstroma.org

 

 

 

Partnerorganisationen:

Belorussische Roma-Diaspora, Minsk

Geschichtswerkstatt Leonid Lewin, Minsk

Gefördert mit Mitteln des Auswärtigen Amtes (Deutschland).