Projektfahrt

Bericht der Exkursion in Belarus, September 2019

 

 

Über eine Woche lang reisten wir gemeinsam mit zwölf belarussischen und deutschen TeilnehmerInnen durch Belarus, um ZeitzeugInnen zu begegnen, Erinnerungsstätten zu besichtigen und ExpertInnengespräche zu führen. Es war eine intensive Erfahrung, zu der die TeilnehmerInnen mit ihren völlig unterschiedlich gelagerten, aber allesamt wertvollen Erfahrungen und Kompetenzen beigetragen haben – und, ebenso wichtig: Alle haben ihr Interesse bekundet, an diesem Thema weiterzuarbeiten. Als Ergebnis dieser intensiven Arbeit haben wir eine Menge Material, mit dem wir die weitere Projektarbeit angehen können, insbesondere die Produktion der Ausstellung und von Zeitzeugen-Videos.

 

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

 

12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützten das Projekt im Rahmen der Exkursion, die vom 31. August bis 8. September 2019 stattfand. Das waren zwei TeilnehmerInnen mehr als ursprünglich vorgesehen – ein Ausdruck der gehaltvollen, vielversprechenden Bewerbungen, die wir erhalten hatten.

Im Unterschied zu früheren Jahren in ähnlichen Projekten haben wir dieses Mal nicht lediglich eine „offene“ Ausschreibung vorgenommen, sondern gezielt Personen bzw. NGOs angesprochen, bei denen wir ein hohes Interesse am Projekt angenommen haben und eine hohe Bereitschaft, als Multiplikatoren weiter das Projekt zu unterstützen. In Belarus überließen wir die „Rekrutierung“ vorrangig den Partnern der Geschichtswerkstatt. Sprachkenntnisse waren hingegen kein ausschlaggebendes Kriterium, um keine zu hohe Schwelle für die Teilnahme zu legen.

Am Ende hatten wir jeweils sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Belarus und Deutschland.

Unter den deutschen TeilnehmerInnen war eine Person, die für eine Roma-NGO arbeitet, ein Geschichtsstudent, der seit Jahren einen Sinto, der als Kind den Genozid in Deutschland überlebt hat, zu Veranstaltungen begleitet, zwei Aktive einer geschichtspolitisch und antifaschistisch tätigen Organisation, die über umfangreiche Erfahrungen in der Erinnerungsarbeit verfügen, sowie zwei Personen, die aus unterschiedlichen Perspektiven die Diskriminierung von Roma in Deutschland und auf dem Balkan nicht nur beobachten, sondern gemeinsam mit Roma gegen diese Diskriminierung arbeiten, unter anderem mit Filmprojekten. Die Reise war als Bildungsurlaub nach dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz anerkannt.

Unter den belarussischen TeilnehmerInnen waren ein Jurist, der im Helsinki-Komitee arbeitet und die Rechte von Roma gegenüber den Behörden vertritt, eine Mitarbeiterin eines unabhängigen Radios, eine freischaffende Journalistin, zwei GeschichtsstudentInnen sowie eine Mitarbeiterin des Republikanischen Zentrums der Kultur nationaler Minderheiten.

 

Von den weißrussischen TeilnehmerInnen sprach einer hervorragend Deutsch, einige weitere Englisch; unter den deutschen TeilnehmerInnen wiederum waren zwei, die auf unterschiedlichen Niveau Russischkenntnisse haben, die meisten sprachen auch Englisch. Von daher war eine ausreichende Ebene zur gegenseitigen Verständigung gegeben. Außerdem war eine professionelle Dolmetscherin von Anfang an mit bei der Exkursion. Auch die beiden deutschen ProjektleiterInnen verfügen über ein Mindestmaß an Russischkenntnissen.

 

 

Das erste Treffen der ExkursionsteilnehmerInnen fand am Abend des 30. August in Minsk statt (Anreisetag). Bei einem gemeinsamen Abendessen bestand erste Gelegenheit, sich kennenzulernen. Untergebracht waren die TeilnehmerInnen entweder in einem Hotel oder in Privatwohnungen, je nach Kapazitäten, Vorlieben und Preislage.

 

 

Der Workshop

 

Das eigentliche Programm begann dann am Samstag, 31. August, mit einem gemeinsamen Besuch im Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges. Die Projektleitung hatte dies vorgeschlagen – auch wenn es in diesem Museum keinerlei Informationen zur Verfolgung von Roma durch die deutschen Besetzer gibt, erschien es uns unabdinglich, zumindest den deutschen TeilnehmerInnen zu Exkursionsbeginn einen Überblick über die deutsche Besatzungszeit und die Leitmotive der belarussischen Erinnerungspolitik zu verschaffen.

Der Workshop begann nach dem Museumsbesuch in den Räumen der Geschichtswerkstatt Leonid Lewin. Die Geschichtswerkstatt engagiert sich seit Jahren für die Erinnerung an die Ermordung jüdischer Einwohner Belarus, zeigt sich aber bereit, den Fokus auch auf die Ermordung von Roma zu erweitern.

Nach einer Vorstellungsrunde wurde der Workshop von einem Vortrag des Historikers Sergej Novikov fortgesetzt, der die am Vormittag im Museum gewonnenen Erkenntnisse über die deutsche Besatzung vertiefte. Im zweiten Teil seines Vortrages stellte er den  – bescheidenen – historischen Forschungsstand zur Verfolgung der Roma zwischen 1941 und 1944 vor. Sergej Novikov führte aus, dass bislang nur wenige Dokumente bekannt seien, in denen sich deutsche Dienststellen explizit zur Verfolgung bzw. Ermordung von Roma äußern. Es seien auch nur wenige Massenerschießungen von Roma bekannt, und in der Geschichtswissenschaft sei diesem Thema bislang nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet worden. Es sei sehr wahrscheinlich, dass in den Archiven noch zahlreiche Dokumente zu diesem Thema vorhanden sind – Forscher, die in den Archiven arbeiten, sind aber der Fragestellung unseres Projektes bislang nicht nachgegangen. Daher sei es schwierig, konkrete Angaben zur Systematik der Verfolgung von Roma und der Opferzahl zu machen. Als gesichert könne man aber davon ausgehen, dass mehrere Tausend Roma von Deutschen ermordet worden seien.

 

An dieser Stelle knüpfte Dimitri Gontscharew an, der in Sluzk die Gliederung der Belarussischen Roma-Diaspora vertritt. Er berichtete aus eigener Anschauung über die Weitergabe des Wissens um den Genozid innerhalb der Roma-Familien. Die Überlebenden hätten viel berichtet, und dieses Wissen werde auch heute noch in den Familien gepflegt.

Unser Projektpartner Artur Gomonow erläuterte den TeilnehmerInnen einige grundlegende Zahlen und Angaben zur Situation der Roma im heutigen Belarus. Dabei sprach er strukturelle Benachteiligung etwa auf dem Arbeitsmarkt an, erläuterte aber auch die Arbeit seiner Vereinigung, die unter anderem Roma die rechtlichen Grundlagen erläutere, mit denen sie sich gegen Diskriminierung wehren können. Die Belarussische Roma-Vereinigung hat auch wiederholt, gemeinsam mit dem Helsinki-Komitee, Fortbildungs- bzw. Sensibilisierungsmaßnahmen für die belarussische Polizei angeregt.

 

Breiten Raum nahm die Vorbereitung der bevorstehenden Interviews ein. Der Ko-Gründer des belarussischen Oral History Archives erläuterte wichtige Prinzipien bei der Interviewführung mit ZeitzeugInnen. Die ProjektleiterInnen ergänzten diese Informationen mit ihren praktischen Erfahrungen aus der Recherche bzw. vorherigen Projekten.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten den Wunsch, sich an Interviews zu beteiligen. Vereinbart wurde, dass die Interviews jeweils in Zweierteams geführt werden sollen, die sich möglichst am Vorabend zusammensetzen, um das Interview vorzubereiten.

 

Der Workshop klang am erste Abend mit einer Führung durch das ehemalige jüdische Ghetto, am zweiten Abend mit einer Führung durch das Minsker Stadtzentrum aus.

 

 

Die Interviews

 

Von Montag, 2. September, bis Freitag, 6. September, standen täglich mehrere Interviews auf dem Programm. Wir interviewten sieben Zeitzeugen, drei Angehörige der zweiten Generation und führten zwei Experteninterviews. Die Interviews fanden in Minsk sowie in bzw. nahe der Städte Aschmjani, Bobruisk, Gomel und Sluzk statt.

 

Die Auswahl der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bzw. deren Angehörigen richtete sich überwiegend nach den Erfahrungen aus der Recherche. Kriterien waren dabei der Informationsgehalt der Interviews bzw. der Erinnerungen, aber auch der Gesundheitszustand der Interviewpartner. Im Unterschied zur Recherche, wo das Interviewteam aus maximal fünf Personen bestand, sahen sich die ZeitzeugInnen jetzt einer Gruppe von bis zu 17 Personen ausgesetzt (12 TeilnehmerInnen, Kameramann, drei ProjektleiterInnen, Dolmetscherin). Nicht zuletzt galt es bei der konkreten Planung der Interviews natürlich die Entfernungen bzw. den Straßenzustand zu berücksichtigen.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollte nicht nur Gelegenheit gegeben werden, selbst aussagekräftige Interviews zu führen. Die Hoffnung des Projektteams lag auch darin, dass die Interviewten zusätzliche Informationen geben könnten. Bei einigen von ihnen war dies auch der Fall, sie äußerten uns gegenüber, dass das erste Interview bei ihnen einen Erinnerungsprozess ausgelöst und zahlreiche Details wieder ins Gedächtnis gerufen habe. Bei anderen ZeitzeugInnen wiederum hatten wir den Eindruck, dass ihre Angaben weniger dicht waren. Die Gründe hierfür lagen wahrscheinlich (nach ihren eigenen Angaben) zum Teil daran, dass sie dachten, sie hätten uns ja schon alles (in der Recherche) gesagt, womöglich spielte aber auch der Umstand eine Rolle, dass sie sich durch die große Anzahl der Zuhörer eine gewisse Scheu empfanden.

Auch bei diesen Interviews waren nahe Angehörige sowie Vertreter lokaler Roma-NGOs zugegen. Sämtliche Interviews fanden in den Wohnungen der Zeitzeugen bzw. den zugehörigen Vorgärten statt.

 

Wie im Workshop vereinbart, wurden die Interviews durch Zweierteams geführt. Aus Sicht der Projektleitung besonders erfreulich war es, dass es auch „gemischte“ Interviewteams gab, aus Deutschen und BelarussInnen. Soweit Deutsche an den Interviews beteiligt waren, wurden sie konsekutiv übersetzt – bei der Planung der Interviews wurde darauf geachtet, dass man dies den jeweiligen InterviewpartnerInnen auch vermitteln kann.

Die TeilnehmerInnen erhielten ein Handout mit einigen knappen Angaben zu den ZeitzeugInnen (Alter, Zusammenfassung ihrer Angaben während der Recherche). Jeweils am Vorabend eines Interviews setzten sich die zwei InterviewerInnen zur Vorbereitung zusammen.

Die Praxis unterschied sich dann von der Theorie insoweit, als manche Interviews krankheitsbedingt kurzfristig ausfielen. Unser Projektpartner Artur Gomonow hat es in den meisten Fällen geschafft, andere ZeitzeugInnen ausfindig zu machen, zum Teil auch welche, die auch der Projektleitung noch unbekannt waren und mit denen es kein Interview in der Recherche gegeben hatte. Dementsprechend hatten die InterviewerInnen auch nur rudimentäre Informationen zur Vorbereitung. Nur in wenigen Fällen, wenn das Interview stockte oder die ZeitzeugInnen offenbar eine Frage nicht verstanden, intervenierte der belarussische Projektleiter.

 

An fast jedem Abend der Exkursion ist es uns gelungen, die Interviews in einer gemeinsamen Runde, meist im Restaurant, auszuwerten. Als Kritikpunkte wurden hier, stets in solidarischem Ton, angeführt, dass manche Fragen womöglich zu suggestiv oder zu geschlossen waren. Als außerordentlich wichtiges Kriterium betrachteten die TeilnehmerInnen, dass sich die ZeitzeugInnen im Interview wohl fühlten und nicht bedrängt – letztes war aber, nach unserem Eindruck und nach den Rückmeldungen an Artur Gomonow, nicht der Fall.

Wir beurteilen die Qualität der Interviews und deren Aussagekraft als ausgesprochen positiv. Zum einen machte sich die Vorbereitung der Interviews bezahlt, zum anderen auch die Tatsache, dass die Mehrzahl der TeilnehmerInnen entweder eine gewisse journalistische oder gar spezifisch erinnerungspolitische Erfahrung in der Interviewführung mitbrachte.

 

Wiederum, wie auch bereits während der Recherche, haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Überlebenden der deutschen Verfolgung hohe Bereitschaft zeigen, ihre Erinnerungen auch mit „externen“ Personen zu teilen, so wie sie dies schon im Familienkreis stets getan haben.

 

Zweimal besuchten die Reisegruppe Denkmäler, die an ermordete Roma erinnern: Zum einen nahe Gorodischtsche, wo es eine Gedenkstätte gibt, an der während des Zeiten Weltkrieges neben anderen Opfergruppen auch Roma ermordet wurden. Dies wird dort auch ausdrücklich erwähnt.

Zum anderen nahe Aschmjani, wo ein Denkmal an die Ermordung an die Mitglieder eines Tabors erinnert. Das Denkmal wurde in den 1960er Jahren auf private Initiative der mutmaßlich einzigen Überlebenden dieses Massakers errichtet. Die heute in Minsk wohnhafte Galina hatte uns während der Recherche über das Schicksal ihrer Familie berichtet. Das Denkmal enthält allerdings keine explizite Erwähnung der Zugehörigkeit der Ermordeten zur Minderheit der Roma. Die Inschrift auf dem Gedenkstein spricht vielmehr von „friedlichen Bürgern“, die dort ermordet worden seien. Inwiefern dies ihre bewusste Entscheidung oder dem Druck der damaligen sowjetischen Behörden geschuldet ist, konnten wir Galina leider nicht fragen, weil sie das am Denkmal vorgesehen Interview aus gesundheitlichen Gründen absagen musste.

 

Zu den Experteninterviews gehörte eines mit Olga Iwanowna , die in Gomel Leiterin der NGO Romano Drom ist. Thema war die heutige Lage der Roma in Belarus. Nach unserem Eindruck waren Olgas Ausführungen zur Diskriminierung von Roma weitaus zurückhaltender als noch während der Recherche. Konkrete Probleme der Roma wurden kaum angesprochen, auch auf Nachfragen nicht. Wir hatten keine Gelegenheit, sie nach den Gründen hierzu zu befragen, und können nur mutmaßen, dass Überlegungen zur politischen „Verträglichkeit“ kritischer Kommentare eine große Rolle gespielt haben, da Olga damit rechnen muss, dass ihre Äußerungen auch in Belarus bekannt werden. Interessanterweise war der Eindruck der weißrussischen TeilnehmerInnen weniger kritisch als der der deutschen. Dies gilt es noch auszuwerten – eine Erklärung könnte darin liegen, dass BelarussInnen mehr Übung darin haben, „zwischen den Zeilen“ zu lesen.

Ein anderes Expertengespräch fand mit Ewgenij Hrol an einer Erinnerungsstätte am Stadtrand von Minsk statt, auf der nach dem deutschen Einmarsch ein Sammellager für Kriegsgefangene und andere Personen eingerichtet wurde. Ewgenij Hrol berichtete über die Opfer dieses Sammellagers, in dem mutmaßlich – ohne dass es Dokumente hierzu gibt – auch zahlreiche Roma gestorben seien. Für die TeilnehmerInnen war nicht zuletzt der Umstand beeindruckend, dass es nur in gewisser Entfernung dieser Stätte, an der Tausende Menschen zu Tode kamen, einen Gedenkstein gibt, aber nicht dort, wo das eigentliche Lager sich befunden hat (der Ort ist an einem idyllischen Ort am Flussufer gelegen, in der Nähe befinden sich Badestellen).

 

Die für Samstag, 7. September, vorgesehenen Interviews in Barissau wurden am Freitag Abend abgesagt, aufgrund privater Gründe der Interviewpartnerin. Kurzfristig wurde dafür Aliaksandr Dalhouski von der Geschichtswerkstatt gebeten, eine Führung durch die Gedenkanlagen Maly und Bolschoj Trostinez durchzuführen. Durch diese Führung bekamen die TeilnehmerInnen noch einen Überblick über den deutschen Besatzungsterror, da Aliaksandr zahlreiche Hinweise zum Ablauf des Holocaust und der Erinnerungspolitik in Belarus seit 1945 geben konnte.

 

 

Fazit

 

Am Nachmittag des 7. September fand, wiederum in den Räumen der Geschichtswerkstatt, ein abschließender Workshop statt.

Aus Sicht der TeilnehmerInnen, aber auch der Projektleitung, ist es gelungen, nicht nur ein interessantes Programm zu absolvieren, sondern auch eines, das sowohl die erforderliche Dichte aufwies, als auch Raum zur Reflektion ließ.

 

Die TeilnehmerInnen zeigten sich dabei, wie auch schon bei den abendlichen Auswertungsrunden, stark beeindruckt und auch emotional berührt von den Begegnungen mit den ZeitzeugInnen. Gerade die belarussischen TeilnehmerInnen betonten, sie hätten noch niemals zuvor davon gehört, dass Roma in Belarus von den deutschen Besatzern so gezielt verfolgt und ermordet worden seien.

 

Ebenfalls Einigkeit bestand darin, dass die Interviews aussagekräftiges Material darstellen, um eine Ausstellung zu produzieren.

Im Workshop ging es anschließend hauptsächlich darum, die kommenden Arbeitsschritte zu besprechen. Sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer erklärten ihre Bereitschaft, die Realisierung der Ausstellung zu unterstützen. Konkret vereinbart wurde, dass die jeweiligen Interviewteams – sofern ihnen BelarussInnen angehörten – einen Textvorschlag zu einer Ausstellungstafel entwerfen, der auf dem Interview basiert, das sie mit Zeitzeugen geführt haben. Außerdem erklärten sich mehrere TeilnehmerInnen bereit, Textvorschläge für historische Hintergrundinformationen zu entwerfen. Mehrere belarussische TeilnehmerInnen kündigten an, auch in Archiven nach Dokumenten bzw. Bildern zu suchen.

Es wurden zudem Absprachen zur weiteren Kommunikation getroffen. Die weißrussischen TeilnehmernenIn haben zur Kommunikation mit den deutschen TeilnehmerInnen eine „Sprecherin“ bestimmt, zudem wird ihre Koordination untereinander vom belarussischen Partner übernommen. Die deutschen ProjektleiterInnen wiederum koordinieren die künftigen Aktivitäten, Arbeitsschritte und Rückmeldungen der Teilnehmer aus Deutschland.

 

Aus Sicht der Projektleitung sei hier betont, dass wir die Einschätzung, aussagekräftiges Interviewmaterial gesammelt zu haben, ausdrücklich teilen. Gerade wenn man noch das Material aus der Recherche mit berücksichtigt, ist ausreichend Material für mehrere Ausstellungstafeln zu einzelnen ZeitzeugInnen vorhanden. In dieser Hinsicht haben Recherche und Exkursion das erstrebte Ziel erreicht.

Betonen möchten wir außerdem den Umstand, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als höchst motiviert erwiesen haben. Dies hat sich nicht nur in ihrer Bereitschaft gezeigt, selbständig Interviews zu führen, sondern diese auch noch abends, nach einem durchaus anstrengenden Exkursionstag, in der Gruppe zu reflektieren. Niemand ist aus der Gruppe ausgestiegen, vielmehr haben sich alle bereit erklärt, das Anliegen des Projektes weiterhin zu unterstützen. Mittlerweile (im Dezember 2019) liegen uns erste Arbeitsergebnisse vor, in Form von Textvorschlägen für Ausstellungstafeln. Diese werden derzeit von den TeilnehmerInnen diskutiert. Ebenso liegen einige Dokumente aus Archiven vor, die die GeschichtsstudentInnnen unter den belarussischen TeilnehmerInnen gewonnen haben.