remember to resist – die Projektfahrt

Zwei Wochen lang reisten wir durch Rumänien, Moldau und die südwestliche Ukraine – anstrengend war es und intensiv. Wir hatten etliche Begegnungen mit Überlebenden und ZeitzeugInnen, die uns darin bestärkt haben, das richtige Projekt durchzuführen. Zu den Highlights gehörte auch der überaus freundliche Empfang in dem Dörfchen Krasnenke in der Ukraine, wo uns die Bürgermeisterin zum dortigen Denkmal für die Roma führte, die 1942 dorthin deportiert worden waren.

Zu dem ohnehin fordernden Thema kamen einige Herausforderungen wie überbuchte Hotels, schlaglochübersäte Straßen, Schwitzerein in engen öffentlichen Verkehrsmitteln usw. Trotz allem Stress: Wir haben alle viel gelernt und sind motiviert, weiterzumachen!

Hier der ausführliche Bericht der Projektreise, bald auch auf rumänisch!

Bericht der Projektleitung über den Verlauf der Projektreise
14. – 27. Mai 2016, Bukarest-Chisinau-Bug-Odessa

Allgemeines:

Zur Reise hatten sich wie von uns geplant acht Jugendliche aus vier Ländern angemeldet. Leider sagten wenige Tage vor Beginn der Reise beide TeilnehmerInnen aus Moldau ab, eine aus Krankheitsgründen, einer gab keine Gründe an. Die Mitreise zweier weiterer MoldauerInnen, die auf der „Warteliste“ standen, konnte so kurzfristig nicht mehr realisiert werden. Wir konnten allerdings eine dritte Teilnehmerin aus Rumänien hinzugewinnen.

Von den insgesamt sieben TeilnehmerInnen waren drei Romnija sowie zwei Roma. Hinzu kamen zwei Frauen, die nicht der Roma-Minderheit angehören. Somit nahmen an der Reise 5 Frauen und 2 Männer teil. Unsere Bedenken von zu Beginn des Projektes, dass die Reisegruppe zu sehr von Männern dominiert sein könnte, haben sich damit zum Glück nicht bewahrheitet.

Fast alle TeilnehmerInnen sprachen Englisch, drei der fünf Roma außerdem Romanes, so dass sich mehr oder weniger alle mit allen verständigen konnten. Positiv war dabei vor allem, dass die drei Romanes-sprachigen Roma sich mit den Überlebenden in ihrer Muttersprache unterhalten konnten.

Die Reiseleitung bestand aus Marina Koren, Gerit Ziegler und Frank Brendle vom Bildungswerk für Friedensarbeit. Jeder der drei hatte während der Fahrt spezifische Schwerpunkte wie Kontakte zu Partnern vor Ort, Organisation vor Ort, Verwaltung der Barkasse, Regie der Filmaufnahmen, Ansprechbarkeit für die TeilnehmerInnen. Außerdem wurde die Reise während der ersten Woche von Kameramann Roman Pernack und in der zweiten Woche von Kamerafrau Iris Disse begleitet.

Zwei der TeilnehmerInnen haben Vorkenntnisse im Filmbereich und erklärten sich bereit, ihre Kenntnisse dem Projekt zur Verfügung zu stellen, insbesondere durch Unterstützung in der Kameraarbeit bzw. dem eigenständigen Filmen der Interviews.

Während der Reise wurden zahlreiche Interviews mit Überlebenden, ZeitzeugInnen und ExpertInnen durchgeführt, Museen und Gedenkstätten besichtigt. Es gab auch Begegnungen mit PolitikerInnen und Medien.

Sämtliche Interviews mit ZeitzeugInnen und ExpertInnen wurden von den TeilnehmerInnen selbst geführt, in der Regel von einem Duo mit einem Haupt-Interviewer und einer zweiten Person, die während des Interviews weitere Fragen notierte, die sich aus dem Gespräch ergaben. Als Interviewer wurden soweit möglich TeilnehmerInnen bestimmt, die die Sprache der Interviewten teilten. Für die anderen TeilnehmerInnen wurden jeweils Übersetzungen angeboten. Je nach Gesprächssituation handelte es sich dabei entweder um vollständige Konsekutiv-Übersetzungen oder um Zusammenfassungen.

Die Unterkunft für die TeilnehmerInnen erfolgte überwiegend in Doppelzimmern, im Einzelfall auch in größeren Mehrbettzimmern.

Die Reise von Bukarest über Chisinau an den Bug und nach Odessa erfolgte zunächst mit öffentlichen Verkehrsmitteln und von Kotowsk (Ukraine) aus mit zwei Minibussen, die inklusive Fahrer von unseren ukrainischen Partnern gestellt wurden.

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