über uns

Warum dieses Projekt? Über die Projektmacher*innen

 

Das Bildungswerk für Friedensarbeit ist eine als gemeinnützig anerkannte Nichtregierungsorganisation, die in den 1970er Jahren aus der (west)deutschen Friedensbewegung heraus entstanden ist.

Sie ist der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V. (DFG-VK) eng verbunden und setzt sich im weitesten Sinne für eine antimilitaristisch inspirierte Bildungsarbeit ein. Dazu gehört nach unserem Verständnis auch die Auseinandersetzung mit den Verbrechen, die Deutschland während des Zweiten Weltkrieges verübt hat. Die Mitarbeiter*innen des Bildungswerks arbeiten ehrenamtlich, die Projekte werden jeweils mit Hilfe externer Förderer sowie einiger Eigenmittel (Spenden) finanziert.

 

Bei der Beschäftigung mit diesem Thema stießen wir bald auf den Umstand, dass einige der „Opfergruppen“ insbesondere in Osteuropa in einer prekären Lage sind und die Mehrheitsgesellschaft kaum fundierte Kenntnisse über die Shoah hat. Hinzu kommen unübersehbare nationalistische Tendenzen, die auch auf die Erinnerungspolitik durchschlagen. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns seit dem Jahr 2011 immer wieder mit der Erinnerungspolitik an den Holocaust zunächst in Litauen, später auch in der Ukraine. Zunächst sprachen wir mit jüdischen Zeitzeug*innen und mit Vertreter*innen jüdischer Organisationen. Dabei stellten wir bald fest, dass die Kenntnisse über den Genozid an Rom*nija in der von der Wehrmacht besetzten Sowjetunion sowohl in der deutschen als auch der ukrainischen Mehrheitsgesellschaft kaum vorhanden sind. Das betraf auch uns selbst (als „weiße“ Angehörige der deutschen Mehrheitsgesellschaft).

2013 begannen wir deswegen mit ersten Recherchen zum Genozid an Rom*nija. Da wir damals mit einem Partner in Odessa kooperierten, beschränkte sich unser Radius auf die dortige Region, die während des Zweiten Weltkrieges von Rumänien besetzt war. Von 1942 bis 1944 wurden rund 25.000 rumänische Roma in diese als „Transnistrien“ bezeichnete Region deportiert, die Hälfte von ihnen starb aufgrund der unmenschlichen Aufenthaltsbedingungen. Aus den Vorrecherchen entstand ein in den Jahren 2015 bis 2017 gemeinsam mit der rumänischen Organisation Romane Rodimata durchgeführtes Projekt, in dessen Rahmen rumänische Überlebende der Deportation sowie  ukrainische Zeitzeug*innen interviewt worden waren (mehr Informationen über dieses Transnistrien-Projekt siehe http://www.genocideagainstroma.org/genocide-in-transnistrien/.)

Unser Projektpartner ist das Ukrainische Zentrum für Holocaust-Forschung in Kiew. Dessen Mitarbeiter Mikhail Tyaglyy lernten wir schon während unserer Arbeit zur Shoah in der Ukraine kennen, der Kontakt intensivierte sich während des Transnistrien-Projektes, da Mikhail Tyaglyy seit Jahren zum Genozid an ukrainischen Rom*nija forscht.

Das Zentrum ist ebenfalls eine Nichtregierungsorganisation und wird projektbezogen unter anderem von der Stiftung EVZ und mit Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert. Gegenstand seiner Arbeit ist die Forschung zu einzelnen Aspekten des Holocaust in den verschiedenen Regionen der Ukraine und die Erarbeitung von Unterrichtsmaterial für den Schulunterricht. Aufgrund seiner Forschungen zum Genozid an Rom*nija ist Mikhail Tyaglyy bei zahlreichen Vertreter*innen von NGOs von Rom*nija seit langem bekannt und brachte bereits Interviewerfahrung mit.

 

mehr siehe: http://www.holocaust.kiev.ua/eng/