unser Arbeitsschwerpunkt seit 2015:

Ignorierte Völkermorde: Genozid an Roma in Osteuropa

Die Morde an Roma sind nicht vergessen – den Überlebenden hört nur niemand zu. Unser Arbeitsschwerpunkt dient der Erinnerung an den Genozid an Roma in den Staaten, die während des Zweiten Weltkrieges von Deutschland besetzt waren. Zu unseren Methoden gehören Zeitzeugenbefragungen, Ausstellungen, Videos und Bildungsreisen

Während der Völkermord an deutschen Sinti und Roma während der Nazi-Herrschaft heute – nach jahrzehntelangem Verdrängen – mehr oder weniger gut aufgearbeitet ist, ist fast nichts darüber bekannt, dass auch in den von Deutschland besetzten Gebieten Roma systematisch ermordet worden sind. Dies gilt insbesondere für Osteuropa, wo die deutschen Besatzer nomadisierende Roma ebenso töteten wie sesshafte. Deutschlands Bündnispartner Rumänien beteiligte sich an diesem Völkermord durch die Deportation von rund 25.000 Roma ins rumänische Besatzungsgebiet (Transnistrien) im Südwesten der Ukraine.

Seit 2015 widmet sich das Bildungswerk für Friedensarbeit der Aufgabe, diese Völkermorde gemeinsam mit den Überlebenden bzw. ihren Angehörigen in das Bewusstsein der Mehrheitsgesellschaft zu bringen, die dieses Thema – durchaus im Gegensatz zu den Roma selbst – weitgehend ignoriert. Wir befragen ZeitzeugInnen und ExpertInnen und besichtigen die Tatorte. Wir erfahren viel über das Leid der Überlebenden, aber auch über Widerstand und Solidarität. Wir organisieren Bildungsreisen für MultiplikatorInnen, jeweils aus Deutschland und den Partnerländern, darunter Roma und Nicht-Roma. Wir erarbeiten Ausstellungen und Videos zu diesen Projekten.

Bisher haben wir Ausstellungen zu den Deportationen aus Rumänien, zu den Völkermorden in der besetzten Ukraine erarbeitet. Eine Ausstellung zum Völkermord im besetzten Belarus ist auf Russisch bereits erstellt, auf Deutsch wird sie im Frühjahr 2021 abgeschlossen.

Diese Ausstellungen (jeweils 20 Roll-Ups) können bei uns kostenlos ausgeliehen werden.

Mit den Präsentationen von Ausstellungen ist es für uns nicht getan. Wir organisieren in den Partnerländern, gemeinsam mit NGOs und Roma-Selbstorganisationen, Seminare zum Genozid wie auch zur gegenwärtigen Lage der Roma. Dabei werden die Überlebenden bzw. deren Angehörige eingebunden. Wir wollen dazu beitragen, die Erinnerung der Roma aus dem familiären Kreis in die Gesellschaften zu tragen. Die Mehrheitsgesellschaft soll den Kindern und Enkeln der verfolgten Roma zuhören.

Auf dieser Homepage dokumentieren wir die Projektverläufe in Rumänien, der Ukraine und in Belarus, außerdem stellen wir Projektergebnisse zur Verfügung.