Veranstaltung: 18. Juni, 18 Uhr: Genozid an Roma in Belarus 1941-1944

Direkteinwahl mit zoom (keine Anmeldung nötig):

https://zoom.us/j/94263426217

u. a. mit Artur Gomonow, Belarussische Roma-Diaspora

Volha Bartash, Historikerin und Ethnologin, Uni Regensburg


Seit 18. Mai 2021 liegt das Ergebnis unseres Belarus-Projekts auch in deutscher Sprache vor: Die Villa Leon in Nürnberg zeigt unsere Ausstellung. Aufgrund der Pandemiebeschränkungen leider nur am Fenster – sie kann von außen besichtigt werden.



Ignorierte Völkermorde: Genozid an Roma in Osteuropa

Wir beschäftigen uns mit der Erinnerung an den Völkermord an Roma während des Zweiten Weltkrieges. Unser Schwerpunkt liegt auf den postsowjetischen Staaten, in denen wir mit örtlichen Partnerorganisationen kooperieren. Dabei haben wir stets auch die heutigen Formen von Diskriminierung im Blick, denen Sinti und Roma in Deutschland sowie den Partnerländern ausgesetzt sind.  Zu unseren Methoden gehören Befragungen von Zeitzeug:innen, Seminare und Bildungsreisen. Die Ergebnisse unserer Arbeit stellen wir vor allem in Form von Ausstellungen und Videos vor. Solche Ausstellungen liegen bislang zu Rumänien/Transnistrien, Ukraine und Belarus vor.

Zum Hintergrund:

Während der Völkermord an deutschen Sinti und Roma während der Nazi-Herrschaft heute – nach jahrzehntelangem Verdrängen – mehr oder weniger gut aufgearbeitet ist, ist fast nichts darüber bekannt, dass auch in den von Deutschland besetzten Gebieten Roma systematisch ermordet worden sind. Dies gilt insbesondere für Osteuropa, wo die deutschen Besatzer nomadisierende Roma ebenso töteten wie sesshafte. Deutschlands Bündnispartner Rumänien beteiligte sich an diesem Völkermord durch die Deportation von rund 25.000 Roma ins rumänische Besatzungsgebiet (Transnistrien) im Südwesten der Ukraine.

Seit 2015 widmet sich das Bildungswerk für Friedensarbeit der Aufgabe, diese Völkermorde gemeinsam mit den Überlebenden bzw. ihren Angehörigen in das Bewusstsein der Mehrheitsgesellschaft zu bringen, die dieses Thema – durchaus im Gegensatz zu den Roma selbst – weitgehend ignoriert. Wir befragen ZeitzeugInnen und ExpertInnen und besichtigen die Tatorte. Wir erfahren viel über das Leid der Überlebenden, aber auch über Widerstand und Solidarität. Wir organisieren Bildungsreisen für MultiplikatorInnen, jeweils aus Deutschland und den Partnerländern, darunter Roma und Nicht-Roma. Wir erarbeiten Ausstellungen und Videos zu diesen Projekten.

Bisher haben wir Ausstellungen zu den Deportationen aus Rumänien, zu den Völkermorden in der besetzten Ukraine und in Belarus erarbeitet. Sie liegen jeweils auf Deutsch sowie in der Sprache des jeweiligen Partnerlandes vor. Im Rahmen unserer Projektarbeit werden sie in Verbindung mit öffentlichen Veranstaltungen in Museen, Galerien und anderen öffentlichen Orten präsentiert.

Diese Ausstellungen (jeweils 20 Roll-Ups) können bei uns kostenlos ausgeliehen werden.

Mit den Präsentationen von Ausstellungen ist es für uns nicht getan. Wir organisieren in den Partnerländern, gemeinsam mit NGOs und Roma-Selbstorganisationen, Seminare zum Genozid wie auch zur gegenwärtigen Lage der Roma. Dabei werden die Überlebenden bzw. deren Angehörige eingebunden. Wir wollen dazu beitragen, die Erinnerung der Roma aus dem familiären Kreis in die Gesellschaften zu tragen. Die Mehrheitsgesellschaft soll den Kindern und Enkeln der verfolgten Roma zuhören.

Auf dieser Homepage dokumentieren wir die Projektverläufe in Rumänien, der Ukraine und in Belarus, außerdem stellen wir Projektergebnisse zur Verfügung.